RegelstandRegelangaben sinngemäß nach dem FIP-Regelwerk „Rules of Padel“, Fassung ab 01.01.2026, und der Regelseite des Deutschen Padel Verbands (Stand: 20.10.2026). Turniere und Ligen können abweichen; in Hallen gelten Hausregeln und Absprachen der Spielenden.
Kurz gesagt: Padel wird immer im Doppel gespielt. Ein Punkt beginnt mit einem Aufschlag, bei dem der Ball zuerst aufspringt. Danach muss jeder Ball zurückgespielt werden, bevor er zum zweiten Mal aufspringt. Wände und Gitter dürfen ins Spiel kommen, aber erst, nachdem der Ball im gegnerischen Feld aufgesprungen ist. Die Angaben folgen dem FIP-Regelwerk (Fassung ab 01.01.2026) und dem Deutschen Padel Verband, Stand: 20.10.2026.
Wer zum ersten Mal auf einem Padelplatz steht, sieht vor allem Glas, Gitter und einen Ball, der scheinbar von überall zurückkommt. Die Regeln dahinter sind überschaubar. Diese Seite erklärt das Grundgerüst in eigenen Worten: wer gegen wen spielt, wie ein Punkt abläuft, welche Rolle die Wände spielen und wodurch ein Paar einen Punkt verliert.
Zwei Hinweise vorab. Erstens beschreibt die Seite das Regelwerk des internationalen Verbands FIP (Fassung ab 01.01.2026), ergänzt um Angaben des Deutschen Padel Verbands (DPV). Das Regelwerk selbst ist auf Englisch; die Formulierungen hier sind eine sinngemäße Wiedergabe und kein Ersatz für den Originaltext. Zweitens gilt: Turniere und Ligen können abweichen; in Hallen gelten die Hausregeln und Absprachen der Spielenden. Wer in einer Halle mit Freunden spielt, einigt sich im Zweifel vorher, welche Variante gelten soll.
Aufschlag, Zählweise und Spielfeld haben eigene Seiten, auf die unten verwiesen wird. Hier geht es um den Gesamtüberblick.
Wer spielt gegen wen?
Padel wird immer im Doppel gespielt, also zwei gegen zwei. Der Deutsche Padel Verband formuliert das ausdrücklich so, und auch das FIP-Regelwerk beschreibt durchgehend Paare. Ein Einzel beschreibt das Regelwerk nicht.
Das hat praktische Folgen für Einsteiger:
- Sie brauchen zum Spielen vier Personen, nicht zwei. Wer allein kommt, sucht in der Regel Mitspielende; wie das in einer Halle organisiert ist, klären Sie dort (mehr dazu auf der Seite Padel-Platz finden und buchen).
- Das Feld ist mit 10 m mal 20 m (Innenmaße, nach dem FIP-Regelwerk) deutlich kleiner als ein Tennisfeld. Vier Personen teilen sich diese Fläche.
- Absprache mit dem Partner oder der Partnerin gehört zum Spiel. Wer welchen Ball nimmt, ist im Regelwerk nicht vorgeschrieben; das entscheiden die Spielenden untereinander.
Der Ablauf eines Punktes in Schritten
Die folgende Liste zeigt den normalen Ablauf. Sie beschreibt den Regelfall und lässt Sonderfälle bewusst weg.
- Aufschlag. Die aufschlagende Seite lässt den Ball im eigenen Aufschlagfeld auf dem Boden aufspringen und schlägt ihn auf oder unter Hüfthöhe diagonal in das gegnerische Aufschlagfeld. Der erste Aufschlag eines Spiels kommt von rechts, danach wechselt die Seite mit jedem Punkt. Details stehen auf der Seite zum Padel-Aufschlag.
- Rückschlag. Die Rückschlagseite lässt den Ball im Aufschlagfeld aufspringen und spielt ihn, bevor er ein zweites Mal aufspringt. Trifft der Ball vor dem Aufspringen eine Rückschlägerin, einen Rückschläger oder deren Schläger, bekommt die aufschlagende Seite den Punkt.
- Ballwechsel. Ab jetzt wird gespielt, bis ein Paar einen Fehler macht. Jeder Ball muss das Netz überqueren und im gegnerischen Feld aufspringen, bevor er dort Wände oder Gitter berührt. Danach darf er an Wände und Gitter dieses Feldes kommen und bleibt im Spiel. Berührt der Ball auf dem Weg zuerst die eigene Wand oder das Netz und springt danach im gegnerischen Feld auf, ist das nach dem Regelwerk ebenfalls ein gültiger Schlag.
- Zurückspielen. Das gegnerische Paar muss den Ball zurückspielen, bevor er ein zweites Mal aufspringt. Es spielt ihn nach dem Aufspringen zurück, ehe er zum zweiten Mal den Boden berührt.
- Punktende. Der Punkt endet, sobald eine Seite einen der Fehler macht, die im Abschnitt „Wodurch ein Paar einen Punkt verliert“ stehen.
Zum dritten und vierten Schritt noch eine Einordnung: Die Regel, dass der Ball nach der Landung im Feld des Gegners Wände und Gitter berühren darf, ist der Kern des Spiels. Dass ein Ball auch über die eigene Wand ins gegnerische Feld gespielt werden darf, ist der zweite Baustein; welche Sonderfälle das Regelwerk darüber hinaus behandelt, wird hier nicht im Detail erläutert. Dafür lohnt der Blick in das Originalregelwerk oder die Frage an einen Trainer.
Wände im Spiel: die wichtigste Reihenfolge
Die Wände sind das, was Padel von vielen anderen Rückschlagsportarten unterscheidet. Zwei Gedanken helfen beim Einstieg.
Erstens: Zuerst der Boden, dann die Wand. Ein Ball, den Sie über das Netz spielen, muss im gegnerischen Feld aufspringen, bevor er eine Wand oder ein Gitter der Gegenseite trifft. Trifft er die gegnerische Wand oder das gegnerische Gitter direkt, ohne vorher aufgesprungen zu sein, verlieren Sie den Punkt. Das nennt das Regelwerk unter den Punktverlusten.
Zweitens: Nach dem Aufspringen ist die Wand Teil des Spiels. Ist der Ball im gegnerischen Feld aufgesprungen, darf er dort auch Netz, Gitter und Wände berühren und bleibt im Spiel. Das gegnerische Paar muss ihn dann zurückspielen, bevor er ein zweites Mal aufspringt.
Ein kleines Gedankenbeispiel macht das anschaulich. Sie spielen einen Ball über das Netz. Er springt im Feld der Gegner auf, rollt zur Seite und trifft das Gitter. Der Ball ist weiter im Spiel. Die Gegner dürfen ihn jetzt spielen, bevor er ein zweites Mal den Boden berührt. Wäre der Ball dagegen ohne Bodenkontakt direkt an der Rückwand der Gegner gelandet, hätten Sie den Punkt verloren.
Was mit dem eigenen Feld passiert
Ebenso wichtig ist die Gegenrichtung. Trifft ein von Ihnen geschlagener Ball nach dem Schlag das Gitter oder den Boden Ihrer eigenen Seite, ist das ein Fehler und der Punkt geht verloren. Der Ball muss also vom eigenen Schläger auf direktem Weg über das Netz in das gegnerische Feld.
Wodurch ein Paar einen Punkt verliert
Das Regelwerk führt eine längere Liste von Punktverlusten auf. Die folgende Tabelle gibt eine Auswahl wieder, geordnet nach Situationen, die Einsteigern häufig begegnen. Sie ist keine vollständige Wiedergabe.
| Situation | Ergebnis nach dem Regelwerk (Auswahl) |
|---|---|
| Der Ball springt zweimal auf, ehe er gespielt wurde | Die Seite, die ihn hätte spielen müssen, verliert den Punkt |
| Der Ball trifft nach dem Schlag direkt, ohne Aufspringen, die gegnerischen Wände oder das Gitter | Die schlagende Seite verliert den Punkt |
| Der Ball trifft nach dem eigenen Schlag das Gitter oder den Boden der eigenen Seite | Die schlagende Seite verliert den Punkt |
| Ein Spieler, der Schläger oder getragene Gegenstände berühren Netz, Pfosten oder das gegnerische Feld | Die berührende Seite verliert den Punkt |
| Der Ball wird geschlagen, bevor er das Netz überquert hat | Die schlagende Seite verliert den Punkt |
| Doppelter Treffer | Die schlagende Seite verliert den Punkt |
| Beide Spieler eines Paares treffen den Ball | Das Paar verliert den Punkt |
| Der Ball trifft nach dem eigenen Schlag den Spieler, den Partner oder getragene Gegenstände | Die schlagende Seite verliert den Punkt |
| Der Schläger wird nach dem Ball geworfen | Die werfende Seite verliert den Punkt |
| Ein Spieler springt über das Netz | Die Seite des Spielers verliert den Punkt |
| Die Fangschnur reißt oder der Schläger fällt aus der Hand | Das Paar verliert sofort den Punkt |
Die letzte Zeile verdient eine Erklärung. Nach dem FIP-Regelwerk muss am Griff eine nicht dehnbare Schlaufe von höchstens 35 cm Länge befestigt sein, die um das Handgelenk gelegt wird. Ihre Nutzung ist im Regelwerk verpflichtend. Warum das auch im Freizeitspiel zur Gewohnheit werden sollte, behandelt die Seite zur ersten Padel-Stunde.
Was passiert, wenn: typische Spielsituationen
Die folgende Tabelle ordnet Alltagssituationen ein, wie sie Einsteigern begegnen. Die Spalte „Einordnung“ gibt wieder, was das Regelwerk dazu sagt.
| Situation | Einordnung |
|---|---|
| Der Aufschlag berührt das Netz und landet im richtigen Aufschlagfeld | Wiederholung des Aufschlags (bei einem zweiten Aufschlag nur der zweite), sofern der Ball vorher nicht das Gitter berührt hat |
| Der Aufschlag landet außerhalb des Aufschlagfeldes | Aufschlagfehler; Linien zählen als gut |
| Zwei Aufschlagfehler hintereinander | Die aufschlagende Seite verliert den Punkt |
| Der Ball springt im gegnerischen Feld auf und fliegt dann über die Wand oder das Gitter hinaus | Das ist nach dem Regelwerk ein gültiger Schlag; Spielen außerhalb des Feldes ist nur auf Anlagen mit ausreichend Sicherheitsbereich erlaubt |
| Eine Seite ist noch nicht bereit, der Aufschlag kommt trotzdem | Der Rückschläger muss bereit sein; sonst wird der Aufschlag wiederholt |
Das Spielen außerhalb des Feldes, also das Verfolgen eines Balles nach draußen, erklärt diese Seite bewusst nicht. Das Regelwerk erlaubt es nur auf Anlagen mit ausreichend Sicherheitsbereich; ob das in Ihrer Halle möglich ist, fragen Sie dort nach.
Nach dem Punkt: Zählweise und Seitenwechsel
Die Punkte werden wie im Tennis gezählt: 15, 30, 40, Spiel. Ein Satz geht bis sechs gewonnene Spiele, mit mindestens zwei Spielen Vorsprung, bei 6:6 folgt ein Tiebreak, und ein Match gewinnt, wer zwei Sätze für sich entscheidet. Nach dem ersten und jedem weiteren ungeraden Spiel eines Satzes wechseln die Seiten. Wie der Einstand gespielt wird, ist die Stelle, an der sich Hallen, Ligen und Turniere am häufigsten unterscheiden; die drei Varianten (Vorteil, Star Point, Golden Point) und ein vollständiges Beispiel erklärt die Seite zur Padel-Zählweise.
Das Spielfeld in Kürze
Das Feld ist nach dem FIP-Regelwerk ein Rechteck von 10 m Breite und 20 m Länge, durch ein Netz in der Mitte geteilt. Es ist vollständig umschlossen: Hinten und seitlich stehen Wände aus Glas oder anderem Material, ergänzt durch Metallgitter. Wie diese Umrandung aufgebaut ist, wo die Aufschlaglinien liegen und welche Böden vorgesehen sind, beschreibt die Seite zum Padel-Spielfeld.
Typische Missverständnisse von Einsteigern
- „Die Wand zählt wie ein Aus.“ Nein. Nach dem Aufspringen im gegnerischen Feld ist die Wand Teil des Spiels. Entscheidend ist die Reihenfolge von Boden und Wand.
- „Der Ball darf nur einmal aufspringen, egal wo.“ Nicht ganz. Gemeint ist, dass er nicht zweimal aufspringen darf, bevor er gespielt wird. Wände und Gitter nach dem ersten Aufspringen sind erlaubt.
- „Beim Aufschlag zählt das Netz immer als Fehler.“ Nein. Berührt der Ball das Netz und landet im richtigen Aufschlagfeld, wird der Aufschlag wiederholt, sofern er nicht vorher das Gitter berührt hat.
- „Wir können das Spiel auch zu zweit spielen.“ Das Regelwerk kennt Padel als Doppel. Ob in einer Halle zu zweit trainiert wird, ist eine Frage an die Halle und kein Regelfall des Spiels.
- „Die Regeln gelten überall gleich.“ Das Regelwerk ist die Grundlage. Turniere, Ligen und Hallen können abweichen, vor allem beim Einstand und bei der Zählweise im dritten Satz.
Checkliste: Was Sie vor dem ersten Spiel geklärt haben sollten
- Wir spielen zu viert im Doppel, nicht zu zweit.
- Wir haben vereinbart, welche Einstand-Variante gilt (Vorteil, Star Point oder Golden Point).
- Wir wissen, dass der Ball nach dem Aufspringen im gegnerischen Feld die Wände berühren darf und danach noch im Spiel ist.
- Wir wissen, dass der Ball nach unserem Schlag nicht direkt die gegnerische Wand treffen darf.
- Die Fangschnur ist am Handgelenk befestigt.
- Wir haben vorher geklärt, was die Halle zu Hausregeln und Absprachen vorsieht.
Für den Start genügt es, den Ball ins gegnerische Feld zu bringen und die Wand zunächst als Zugabe zu verstehen. Die Taktik kommt später.
Quellenlage und Grenzen
Die Angaben auf dieser Seite beruhen auf zwei Quellen: dem FIP-Regelwerk „Rules of Padel“ in der Fassung ab 01.01.2026 und der Seite „Regeln“ des Deutschen Padel Verbands. Beide wurden redaktionell gelesen und in eigene Worte gefasst. Nicht Gegenstand dieser Seite sind Sonderfälle, Details zu Schiedsrichterentscheidungen und das Spielen außerhalb des Feldes. Dort sollten Sie das Originalregelwerk oder einen Trainer fragen.
Quellen: FIP-Regelwerk „Rules of Padel“ (Fassung ab 01.01.2026), Deutscher Padel Verband (Seite „Regeln“), Stand: 20.10.2026. Turniere und Ligen können abweichen; in Hallen gelten die Hausregeln und Absprachen der Spielenden.
Häufige Fragen
Muss ich die Regeln kennen, bevor ich zur ersten Stunde gehe?
Nein. Die Grundidee (Doppel, Ball erst aufspringen lassen, Wände nach dem Aufspringen im gegnerischen Feld erlaubt) genügt für den Einstieg. Wie eine erste Stunde in der jeweiligen Halle abläuft und ob Regeln erklärt werden, fragen Sie vorab bei der Halle nach.
Darf der Ball bei jedem Schlag die Wand berühren?
Nein. Nach dem Schlag muss der Ball zuerst im gegnerischen Feld aufspringen. Trifft er vorher direkt die gegnerischen Wände oder das Gitter, verliert die schlagende Seite den Punkt. Erst nach dem Aufspringen dürfen Wände und Gitter dieses Feldes ins Spiel kommen.
Ist Padel immer ein Doppel?
Ja, nach dem Deutschen Padel Verband wird Padel immer im Doppel (zwei gegen zwei) gespielt. Das FIP-Regelwerk beschreibt durchgehend Paare.
Gelten im Freizeitspiel dieselben Regeln wie im Turnier?
Das Regelwerk ist die gemeinsame Grundlage. Turniere und Ligen können abweichen, und in Hallen gelten die Hausregeln und Absprachen der Spielenden. Beim Einstand empfiehlt der Verband für das Freizeitspiel, die Variante vorher abzusprechen.
Was passiert, wenn der Schläger aus der Hand fällt?
Nach dem FIP-Regelwerk verliert das Paar sofort den Punkt, wenn die Fangschnur reißt oder der Schläger aus der Hand fällt. Die Fangschnur ist dort für den Wettkampf vorgeschrieben.
Wo finde ich das Originalregelwerk?
Das FIP-Regelwerk „Rules of Padel“ ist beim internationalen Verband als PDF veröffentlicht, die Seite „Regeln“ des Deutschen Padel Verbands verweist darauf. Beide sind auf dem Stand dieser Seite (20.10.2026) aufrufbar; prüfen Sie bei Zweifeln stets die aktuelle Fassung.
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Redaktionell recherchiert und verglichen, keine Produkttests. Inhalte mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Stand: 20.10.2026. Arbeitsweise und Quellen: Offenlegung.